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Gemeinde:Wortgottesfeiern als neue Form des Gottesdienstes

Die Wortgottesfeier ist schon seit einigen Jahre eine eigenständige Form des Gottesdienstes, der von Laien gehalten werden kann. Diese Liturgie ist nicht als Ersatz für eine Eucharistiefeier gedacht und kann, in der Regel an Werktagen, zum Beispiel zu bestimmten Themen oder Anlässen gefeiert werden. Seit Oktober 2024 ist die Wortgottesfeier unter bestimmten Umständen auch an Sonntagen (mit Kommunionausteilung) möglich. Klicken Sie für weitere Informationen.
Wortgottesfeiern
Datum:
30. Nov. 2025
Von:
Elisabeth Kalb

Wortgottesfeiern

Für den Seelsorgebereich ist die Wortgottesfeier zunächst für Werktage angedacht, aber auch Schulgottesdienste, Gottesdienste in Altenheimen und Beerdigungen (diese allerdings mit einer speziellen Ausbildung durch das Erzbistum) können als Wortgottesfeier stattfinden. Angefragt für diesen neuen Dienst wurden zunächst die Lektorinnen und Lektoren aus dem Seelsorgebereich, von denen sich einige Interessierte meldeten. Diese nahmen seit Anfang 2025 an einer internen Schulung teil. Unter der Leitung von Kaplan Thibault gab es im Abstand von einigen Wochen regelmäßige Treffen. Dabei ging es um verschiedene allgemeine Aspekte der Wortgottesfeiern und unter anderem auch darum, wie man an die Texte des Evangeliums herangehen kann, um diese im Rahmen der Wortgottesfeier auszulegen. Alfred Gehrmann, Christiane Grolik, Elisabeth Kalb, Christiane Müller, Ursula Timmerscheidt und Regine Wieland-Pütz wurden am 30. November 2025 in St. Mariä Empfängnis offiziell für ihren Dienst beauftragt. Die Gruppe wird weiterhin gemeinsam mit weiteren Schulungen auf dem Weg sein.

Warum wir Gottesdienst feiern

Der damalige Pfr. Andreas Brocke schrieb 2019 zum Thema Gottesdienste: „Gottesdienst im Zentrum“ (...) klingt für uns als Christen doch irgendwie selbstverständlich. Das Zweite Vatikanische Konzil drückt es etwas anders aus und bezeichnet die Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des Lebens der Kirche“ (Kirchenkonstitution Nr. 11). In der Tat ist es wichtig, dass wir uns als Gemeinde zum Gottesdienst versammeln. Klicken Sie zum Weiterlesen.Damit stärken wir uns in der Gewissheit, dass Gott unsere gemeinsame und real gegenwärtige Mitte ist. Das Thema lädt aber auch dazu ein, sich mit dem Begriff Gottesdienst auseinanderzusetzen. Wenn wir Gottesdienst feiern ist dies immer ein Dienst im doppelten Sinne. Wir verrichten in unserem Lob und Dank und unserer Bitte einen Dienst an Gott, aber viel mehr noch ist es der Dienst Gottes an uns, indem er uns begegnet, stärkt und aufbaut. Der Begriff Gottesdienst wäre aber verkürzt verstanden, würde man nur liturgische Feiern und Gebete als Gottesdienst deuten. Auch in den Menschen, besonders den Armen und Leidenden, will uns Gott begegnen. Wenn wir als Gemeinde die Begegnung und das Leben mit den Menschen um uns herum suchen, suchen wir damit immer auch die Begegnung mit Gott. Wenn wir wiederum aus der Verbindung mit ihm uns Menschen in dieser Welt zuwenden, dann erfahren die, denen wir begegnen, ein wenig von der sorgenden Liebe Gottes zu ihnen. Gottesdienst – Dienst Gottes an uns und von uns für Gott. Gottesdienst muss im Leben einer Gemeinde im Zentrum stehen, will sie nicht sozialer Verein oder Freundeskreis sein. Dies muss aber sowohl in der gemeinsamen liturgischen Feier und im persönlichen Gebet passieren, als auch in der Hinwendung und Gestaltung der Welt, in deren Wirklichkeit wir Gott begegnen können, und Gott den Menschen, auch durch uns, begegnen will. Das uns immer mehr gelingt, dass Gottesdienst im mehrfachen Sinne im Zentrum des Lebens unserer Gemeinde steht, wünsche ich uns.