Gemeinde:Offen und einladend

Offener und einladender Raum
Getreu der alten Kölner Lebensweisheit, dat nix esu schlääch es, dat et nit noch för jet jot es!“ entstand die Idee, die Kirche in Raderberg nicht komplett zu schließen, sondern den in die Jahre gekommenen Vorraum zu einer Tageskapelle umzugestalten.Die Leitgedanken waren, dass der Raum offen und einladend sein sollte. Darüber hinaus sollte er gestalterisch mit dem eigentlichen, aber leider verschlossenen Kirchraum korrespondieren. Sehr zügig einigten sich Kirchenvorstand und Gemeindemitglieder auf ein Konzept, dass mit einfachen und zum Teil vorhandenen Mitteln umgesetzt wurde.
Eine Gebetssitz und -kniebank, ein Ständer für Opferlichter, ein schön gerahmtes Marienbild von Egino Weinert und zwei Hocker, gleich denen im erleuchteten Altarraum, sollten die Menschen im Veedel zur Einkehr, Gebet und stiller Andacht einladen. In einem nächsten Schritt wurde der Windfang mit Klarglas umgestaltet, sodass man sich angstfrei in der unbeaufsichtigten Tageskapelle aufhalten kann oder von der Bäckerei auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen ungehinderten Blick bis zum Tabernakel hat.
Rückmeldungen von Beterinnen und Betern im Fürbittbuch bzw. im ‚Sag uns deine Meinung‘-Briefkasten sind durchweg positiv. Auch der ein oder andere Verbesserungsvorschlag ließ nicht lange auf sich warten. So wurde die Kapelle noch mit zwei Weihwasserschälchen und einem fest installierten Feuerzeug nachgerüstet. Schließlich wurde noch eine Idee der Bäckerei gegenüber mit ihrem ‚Coffee To Go‘ abgekupfert und die Tageskapelle mit einem Weihwasserspender für das ‚Weihwasser To Go‘ ausgestattet.
Weihwasserfläschchen zum Mitnehmen

Die kleinen Weihwasserfläschchen zum Mitnehmen tragen das Logo des Seelsorgebereichs, können nach Gebrauch zurückgegeben und wieder befüllt werden. Ein kurzer Text neben dem Spender erläutert den Sinn und Gebrauch des gesegneten Wassers. Die Besucherinnen und Besucher der kleinen Kapelle machen von allen Angeboten dieses Rückzugs- und Andachtsraumes regen Gebrauch, wovon die vielen Opferkerzen, die sehr persönlichen Anliegen im Fürbittbuch und die mitgenommenen Weihwasserfläschchen Zeugnis geben.
Das Jesuskind und die ökumenischen Christrosen

14 erwachsene und jugendliche Gemeindemitglieder ermöglichten ab dem 2. Weihnachtsfeiertag für 15 Tage jeweils an drei Stunden von 14:30 – 17:30 Uhr den Besuch der Weihnachtskrippe in St. Mariä Empfängnis im ansonsten außerhalb der Gottesdienstzeiten geschlossenen Hauptkirchenraum.WaInsgesamt 146 Erwachsene und 27 Kinder und Jugendliche machten von diesem Angebot Gebrauch. Auch wenn mitunter am ein oder anderen Tag nicht so viele Besucher kamen, so hinterließen doch die vielen Begegnungen, Gespräche und vor allem ihr Dank einen nachhaltigen und positiven Eindruck bei den Aufsichtsführenden. Bei einem dieser Besuche der Krippe bekundete eine Dame ihr Interesse an den Christrosen der Krippe und hinterließ ihre Rufnummer. Nachdem die Krippe nach Maria Lichtmess abgebaut war, standen drei Christrosentöpfe etwas verlassen in der Sakristei herum. Eine Nachfrage bei Renate Kalide aus dem Kirchenvorstand ergab, dass es für die Blumen keine weitere Verwendung gab. Sie verwies mich auf die interessierte Krippenbesucherin, Claudia Nothelle, mit der ich mich dann ein paar Tage später in der Sakristei verabredete.
Claudia Nothelle ist Gemeindemitglied in der evangelischen KirchengemeindeMelanchton in Köln Zollstock und besucht gerne die Kirchen Stadtteile, so auch die Krippendarstellung in St. Mariä Empfängnis. Sie freue sich, so Nothelle, dass wir auf ihre Anfrage reagiert haben, und nahm die Christrosen dankend entgegen. Auf meine Frage, in welchem Gnadengarten die Blumen nun eingepflanzt werden, antwortete sie, dass die Pflanzen nicht in einen Garten, sondern in die Baumscheibe eines Patenbaums der Melanchton-Gemeinde eingepflanzt würden. Wir waren uns einig, dass diese ‚Helleborus niger‘, so der botanische Name der Christrose, nun ökumenische Christrosen (Helleborus niger oecumenicus) geworden seien.